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Geschichte der See-Villa

Die Jahre um 1870 spielten eine große Rolle in der Geschichte von Millstatt, denn sie markierten den Beginn der dramatischen Transformation von Millstatt von einer unbedeutenden Stadt zum führenden Zentrum der österreichisch-ungarischen Entwicklung in Kärnten und dem Anspruch auf Ruhm als exklusives Sommer-Urlaubsziel für Adel und wohlhabende Familien der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Rudolf Schürer von Waldheim - Gründer der See-Villa
Rudolf Schürer von Waldheim – Gründer der See-Villa

Es war auch im Jahr 1870 als die Geschichte der See-Villa begann, als der wohlhabende Verleger und Sohn eines böhmischen Glasindustriemagnaten, Rudolf Schürer von Waldheim, nach Millstatt kam, um unbebauten und ideal am Millstätter See gelegenen Grund zu erwerben – zwischen dem heutigen Hotel Forelle und der Pesentheiner Halbinsel.

1883 See Villa Skizze
1883 See Villa Skizze

Diese Stelle war der ideale Ort um ein Sommerhotel direkt am Millstätter See zu bauen und so beauftragte Schürer die bekannten Architekten Mayreder und Köchlin (Erbauer des Ronacher in Wien) um die See-Villa zu entwerfen.

Mayreder, einder der See-Villa’s Architekten
Mayreder, einder der See-Villa’s Architekten

Der Gebäude-Komplex der See-Villa bestand aus einem Hauptgebäude mit einem eleganten Speisesaal, der Küche auf der gegenüberliegenden Seite und darüber liegenden Wohnungen für die Mitarbeiter. Ein sogenanntes “Eishaus” wurde ebenfalls gebaut um Fleisch und Gemüse lagern zu können – dieser Lagerraum nahm das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes ein und der erste Stock war nur über eine außenliegende Wendeltreppe zugänglich

Zwischen den Gebäuden befanden sich die Ställe mit Kälbern und wo heute der Parkplatz ist befand sich eine russische Kegelbahn. An dieser Stelle befanden sich damals auch die Stallungen für die Pferdekutschen – das damals fortgeschrittenste Fortbewegungsmittel der Adeligen.

See-Villa um 1900
See-Villa um 1900

Hinter dem heutigen Parkplatz wurde ein großes Bootshaus errichtet, das auch zum Fischen und als Badehaus genutzt wurde. Das Bootshaus ist immer noch original – nur der Kinder-Pool wurde hinzugefügt.

Der nördliche Teil des Komplexes wurde als Garten mit einem großen Gewächshaus verwendet, wo exotische Sträucher und Büsche wuchsen, für die Dekoration des Hotels mit frischen Blumen.

Direkt neben dem Hauptgebäude, entwarfen die Architekten Mayreder und Köchlin die Villa Tacoli, die damals “das Altdeutsche Haus” hieß als Privathaus für die Familie der Eigentümer. Die Villa Tacoli wurde im Jahre 1883 fertiggestellt. Nur ein Jahr später wurde der See-Villa Hotel-Komplex fertiggestellt und 1884 in Betrieb genommen.

Im späten 20. Jahrhundert wurde die Villa Tacoli auch für die Hotelgäste als Teil der See-Villa geöffnet.

Trotz der Größe des Hotels und der idealen Lage am Millstätter See, war es für Schürer von Waldheim nicht einfach das Hotel auf Grund seiner abgelegenen Lage zu bewerben. Er bestellte zehn Ölgemälde vom bekannten Maler Danaut und lies sie in der See-Villa ausstellen und bewarb sie in den damaligen Medien. Als Resultat kamen viele seiner Freunde und bekannte Persönlichkeiten nach Millstatt um die See-Villa zu besuchen und entdeckten die natürliche Schönheit des idyllischen Ortes.

Historischer Zeitungsbericht über die See-Villa
Historischer Zeitungsbericht über die See-Villa

Am 7. Juni 1885 besuchte nErzherzog Carl und Prinz Ludwig von Österreich (der jüngere Bruder des österreichischen Kaisers Franz Josef I.) die See-Villa und lobten sie in höchsten Tönen was zur Steigerung der Popularität des Hotels und von Millstatt im Allgemeinen führte.

Erzherzog Prinz Carl Ludwig von Österreich
Erzherzog Prinz Carl Ludwig von Österreich

Nach diesen bedeutenden Ereignissen gewann Millstatt mehr und mehr an Bedeutung auf der österreichischen Landkarte und viele renommierte Familien kamen, um sich an diesem Ort niederzulassen. Die Villa Verdin , östlich des Hotels See-Villa, hieß ursprünglich Villa Kamerovsky und wurde von der Rothschild Familie gebaut. Baron Schwarz baute die Parkvilla. Baron von Musil baute das Schloss Heroldegg aus weißem Stein – inspiriert von seinem Schloss in Frankreich. Diese alten Villen sind jetzt alle bekannt als Wahrzeichen der Stadt Millstatt.

Durch die enorme Entwicklung und den Zustrom von Besuchern erlebte Millstatt einen Tourismusboom und wurde zur wichtigsten Stadt in Kärnten während des Sommers. Sie wurde so bedeutend, dass sogar Kaiser Franz Josef I. von Österreich die Tauernbahnstrecke erbaute und eröffnete um Handel, Reisen und Tourismus zu erleichtern. Dieser Fortschritt ebnete den Weg für Millstatt in seiner Bedeutung nicht nur im gesamten Österreich, sondern auch in der Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Inzwischen – nur rund sechs Jahre nach der Hotelkomplex eröffnet wurde – verstarb der See-Villa Gründer Rudolf Schürer von Waldheim im Jahre 1890. Wegen seines Beitrages zur Geschichte (Gründer des ersten Hotels in der Umgebung), wurde er später ehrenhalber als einer der Väter der Stadt anerkannt.

Nach seinem Tod wurden die Besitztümer Schürer von Waldheims in Millstatt unter seinen Kindern aufgeteilt und die See-Villa ging in das Eigentum seiner Tochter Jacqueline über, die im Jahre 1884 Rudolf Freiherr von Isbary (ein österreichischer Industrieller des neunzehnten Jahrhunderts) heiratete.

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Baron Rudolf von Isbary (1827-1892)

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Anton Marchese Tacoli di San Possidonio

Für eine kurze Zeit unmittelbar vor und nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Hotel von der Gräfin Palavicino, einer der Töchter von Jacqueline verwaltet und wurde privat genutzt . Durch testamentarische Partition, wurde es von ihrer Schwester Marga Musulin Baronin von Gomirije geerbt und wurde wieder für Besucher geöffnet.

Baroness Marga heiratete 1941 Gherardo Marchese Tacoli, ein Aristokraten aus altem italienischen Adel und Ehrenbürger der Marktgemeinde Birkfeld.

Von 1976 bis 2014 wurde die Leitung des Hotel von einem ihrer Söhne, Marchese Anton Tacoli übernommen. Während seiner Leitung wurden umfassende Renovierungen durchgeführt und viele Innovationen in der Hotelanlage umgesetzt.

Eines seiner ersten Projekte war die Verbesserung des Restaurant indem er die traditionelle österreichische Küche mit dem Flair der französischem Küche verband.

Unter seiner Leitung wurden verschiedene Teile des Hotel renoviert mit besonderer Rücksicht darauf die ursprüngliche Gestaltung der Gebäude von den renommierten Architekten Mayreder und Köchlin beizubehalten.

Viele der Gästezimmer wurden in geräumige elegante Suiten mit höchstem Komfort und technischer Ausstattung umgewandelt.

Der Gedanke von Marchese Tacoli war den heutigen Gästen das gleiche Erlebnis und Erholung zu bieten wie es zur Zeit der Gründung der See-Villa war. Deshalb wurden hauptsächlich Materialien aus der region Millstätter See und Textilien aus Italien bei der Renovierung verwendet.

Eine seiner größten Erneuerungen war es, das gesamte Bootshaus zu einem erholsamen Wellness-Bereich umzubauen.

Anton Tacoli verstarb im Jänner 2015 und das Hotel wird von seinen Erben der Familie Tacoli mit gleicher Begeisterung und Hingabe zur See-Villa geführt.

 

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